Der verlorene Zwilling

Medizinische Daten

 

Auch wenn keine exakten Zahlen vorliegen, schätzt die embryologischer Forschung, dass 10% - 20% aller Zeugungen Zwillings- oder Mehrlingsbefruchtungen sind.

25% der schwangeren Frauen berichten im ersten Schwangerschaftstrimester von Blutungen, bei weiter bestehender Schwangerschaft.

Wird beim ersten Ultraschall, welcher lediglich die Schwangerschaft bestätigen soll, eine Zwillingsschwangerschaft festgestellt, wird sich der Arzt dazu erstmal nicht äussern. Aus gynäkologischer Erfahrung ist bekannt, dass einer der Zwillinge häufig wieder geht.

Sind es bei der ersten grossen Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Vorsorge (12. SSW) immer noch zwei, wird eine Zwillingsschwangerschaft angedeutet.

Pränatale Psychotherapeuten wie William Emerson, Stanislav Grof und Babara Schochlow berichten aus ihrer täglichen Arbeit, dass das Thema des unerkannten Zwillings immer wieder in den Therapiesitzungen auftauchen.


 

Welche Emotionen können damit für "Alleingeborene" verknüpft sein?

Im Folgenden eine Auswahl an möglichen Lebensthemen:

  • Verlustängste
  • Überlebensschuld: Wo ist meine "Daseins Berechtigung" ("Warum darf ich Leben?")
  • Immer wiederkehrende Traurigkeit die nicht erklärbar ist; Melancholie
  • Immer auf der Suche ohne zu wissen nach was.
  • Das Gefühl von "Unvollständigkeit", "Zweiteilung" z.B. Man steht im Leben, aber eigentlich auch nicht.
  • Es fehlt etwas, um den nächsten Schritt zu machen.
  • (unerklärliche) Todessehnsucht

Dem Zwillingsthema liegen auch in der Partnerschaft bestimmte Beziehungsdynamiken zugrunde. Es kann in der Partnerschaft zur Verwechslung kommen, indem man den Partner unbewusst anstelle des verlorenen Zwillings  "sieht."

Dies kann sich unterschiedlich zeigen:

  • Unstillbare Sehnsucht nach Nähe:                                                                                                                                                            Der alleingeborene Zwilling sucht diese einzigartige Nähe, die er bereits im Mutterleib erfahren durfte. Dies kann ein Partner unmöglich ersetzen.

        oder es gibt ein

  • Nähe-Distanz-Problem: Nähe kann nicht wirklich zugelassen werden, da die Angst eines erneuten Verlustes nicht ertragen werden kann.

Bei Kindern kann sich das folgendermassen äussern:

  • Zu Beginn können sie gar nicht alleine sein, oder
  • sie bevorzugen es später lieber ganz alleine zu spielen. 
  • Unzertrennlich - über das normale Mass hinaus - von einem bestimmten Kuscheltier

Da aus "energetischer Sicht" der Mutter sozusagen ein Kind fehlt, ist es möglich dass Kinder das Gefühl bekommen, den Verlust des verlorenen Zwillings auszugleichen und gelangen damit in eine Doppelrolle. Dies wird nicht funktionieren, da sie das velorene Geschwister nicht ersetzen und es somit der Mutter auch nicht recht machen können.

 

Die Anerkennung des ungeborenen Zwillings

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich diesem Thema zu nähern.

Zu nennen ist hier das Familienstellen, die Psychokinesiologie und die prä- und perinatale Körperpsychotherapie.

Bei all diesen Therapien geht es um das Bewusstwerden und Anerkennen des verlorenen Zwillings. Der Zwilling möchte "gesehen" werden. In dem man seinem Zwilling einen Platz gibt, kann Heilung geschehen. Über die Körpertherapie kann das Gefühl und die Energie, welche mit dem Zwillingsthema verknüpft sind, tiefer angeschaut und aufgelöst werden.