Außenreize gelangen zu jeder Zeit der Schwangerschaft in den Uterus

 

Früher dachte man das Kind entwickelt sich „von allein“ zu einem geburtsreifen Wesen. Wie es der Mutter dabei geht betrachtete man unabhängig vom Kind. Aus der pränatalen Forschung weiß man heute, es ist nicht egal wie es der Schwangeren geht und wie man sie behandelt.

 

Von der Befruchtung an ist das ungeborene Kind ein interaktives Wesen. Es wird stark durch seine mütterliche Umgebung geprägt. Es finden Lernprozesse statt deren Informationen aus der Umwelt der Mutter in die intrauterine Umwelt des Kindes gelangen. Dies hat Einfluss auf viele Strukturen und Funktionen, vor allem aber auch auf die Entwicklung des Gehirns.

 

Diese Informationen erhält das ungeborene Kind auf unterschiedliche Wege. Zum einen über die Nabelschnur, über die Sinnesorgane und andere bisher noch wenig erforschte Wege.

 

Wir müssen uns ins Bewusstsein rufen, dass das ungeborene Kind ein komplett vollwertiger Mensch ist, der seine Umgebung voll wahrnimmt. Es spürt mit seinem Tastsinn, es schmeckt, es riecht, es hört und vor allem es nimmt Emotionen und Stimmungen auf. Das Ungeborene hat ein relativ komplexes Bewusstsein.

 

 

 

Das ungeborene Kind ist Teil des emotionalen Lebens der Mutter

 

Gefühlszustände haben auch eine physiologische Basis: Sie zeigen sich z.B. in hormonellen Veränderungen im Blut, in der Qualität der Sauerstoffzufuhr und in den Veränderungen der Herzfrequenz. Über Hormone, die über die Nabelschnur von der Mutter zum Kind gelangen, gibt die Mutter ihr Wohlbefinden, aber auch ungewollt Stress an das Kind weiter. Bei Angst oder Stress werden die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet, passieren die Plaznetaschranke und gelangen über die Nabelschnur zum Kind. Das Ungeborene reagiert auf diese Hormonzufuhr. Dies wurden mittles Ultraschall beobachtet.

 

Gerald Hüther und Inge Krens schreiben: „Über die Nabelschnur ist der Fötus auch an das emotionale Erleben der Mutter angeschlossen. Das ungeborene Kind ist eben ‚immer dabei‘ – es ist Teil des emotionalen Lebens der Mutter.“ (Hüther, G., Krens, I.: Das Geheimnis der ersten neun Monate. A.a.O., S. 111.)

Die Nabelschnurverbindung zwischen Mutter und Kind existiert schon am 13. / 14. Tag nach der Befruchtung.

 

Die Plazenta - Der Baum des Lebens

 

In verschiedenen Teilen der Welt wird die spirituelle Beziehung zwischen der Plazenta und dem Baby unterschiedlich betrachtet. In Nepal ist es ein Freund, in Malaysia ein älteres Geschwister, in Nordkamerun ist es die kleine Schwester, in Nigeria sieht man sie als Zwilling und in Hawai als Teil des Babys selbst. Anne Fadiman studierte den Stamm der Hmong in Laos. Bei den Hmong bedeutet das Wort Plazenta „Jacke“, die als das erste und beste Kleidungsstück der Person gilt. Wenn ein Hmong stirbt, muss seine Seele dorthin zurückkehren, wo die Plazenta "Jacke" begraben ist, und sie anziehen. Erst wenn die Seele in der Kleidung, in der sie geboren wurde, richtig gekleidet ist, kann sie ihre Reise zum „Ort jenseits des Himmels“ fortsetzen, um sich mit ihren Vorfahren zu vereinigen. Eines Tages wird es wiedergeboren, die Seele eines neuen Babys zu werden. Wenn die Seele ihre "Jacke" nicht finden kann, ist sie zu einer Ewigkeit des Streifens in der Wildnis verurteilt, nackt und allein. Eine wunderbare Geschichte von Unglück und Erlösung.