Trauma in der prä- und perinatalen therapie

Das (psychische) Trauma ist keine "objektive Grösse". Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf bestimmte Situationen. Wie Situationen verarbeitet werden, hängt von der ganz persönlichen Lebensgeschichte und -erfahrungen ab. Durch das Erlebnis in der Gegenwart kann ein altes Trauma oder Schockmuster aus der Babyzeit, Geburt oder Schwangerschaft wachgerufen und aktiviert werden, beispielsweise eine Ablehnung des Kindes zu Beginn der Schwangerschaft, Abtreibungsversuch oder das steckenbeleiben im Geburtskanal. Solche prägenden Erfahrungen im nonverbalen Raum sind zeitlebens im Unterbewusstsein abgespeichert. Es ist die Zeitphase, in welcher unsere Sensibilität am höchsten ist und an die es keine klare Erinnerung im Bewusstsein gibt. Franz Renggli (Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut) nennt dies den "nonverbalen Raum." Das Erlebte dieser Lebensphase ist im Unterbewusstein abgespeichert und beeinflusst unser gesamtes Leben.

Der Ort der cerebralen Verarbeitung und Speicherung ist das limbische System (Verbund verschiedener Hirnstrukturen), insbesondere die Amygdala und der Hippocampus stehen hierbei im Mittelpunkt. Grundsätzlich sei hier erwähnt, dass dies ein komplexes Zusammenspiel verschiedener anatomischer Strukturen ist.

 

In der Amygdala (Mandelkern) entstehen grundlegende Gefühle wie Angst und Wut. Eine Situation wird zunächst in der Amygdala "analysiert"; dies geschieht ganz automatisch und ohne Zutun des Großhirns. Sie steuert unsere psychischen und körperlichen Reaktionen auf stress- und angstauslösende Situationen. Stressreaktionen setzen eine ganze Kaskade von Hormonen in Gang. Bei Gefahr werden u.a. Hormone wie Glukokortikoide und Serotonin ausgeschüttet, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und Energie-Reserven mobilisieren. Autonome Funktionen des Körpers – wie z.B. Atmung und Kreislauf – passen sich der jeweiligen Situation an. Eine bewusste Handlung durch das Großhirn wird unterbunden. 

Die Amygdala veranlasst den Hippocampus, sich die stressauslösende Situation gut zu merken. Auf diese Weise lernen wir, uns vor dem Stressor in Acht zu nehmen. Kommen wir erneut in eine derartige Situation, läuft die Stressreaktion noch schneller ab.

Beisipielthemen aus Therapiesitzungen


Bindung während der schwangerschaft

Die Anfänge der Eltern-Kind-Bindung beginnen bereits der Schwangerschaft.

Der verlorene Zwilling

Am Anfang waren wir zu zweit.

Der Verlust eines ungeborenen Zwillings ist ein wichtiges Thema in der pränatalen Psychologie geworden.

Die Geburt

Die einzelnen Stadien der Geburt, sind repräsentativ für das gesamte Leben.